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Ableitungen aus Physik und Mathematik

»Nichts ist wie es scheint«
Nichts ist wie es scheint: Das Unlogische, Unvorhersehbare und Unfassbare ist viel realer als wir glauben (Quelle: pixel2013, Pixabay)

Wir müssen erkennen, dass die Welt ein schwer fassbares Geheimnis ist, das letzten Endes nicht berechenbar ist:

Eine absolute Urkraft löste den Urknall aus und setzte die Naturgesetze im wahrsten Sinne des Wortes in Kraft. Trotzdem ist sie auch heute noch jederzeit anwesend und wirksam; erkennbar etwa in den zufälligen Wechselwirkungen der Quanten. Alles ist mit allem über den universalen Urgrund und das Phänomen der Quantenverschränkung verbunden – ebenfalls im konkreten Sinne des Wortes! Das bedeutet zwangsläufig, dass auch wir Menschen auf der Quantenebene mit dem gesamten Universum wechselwirken können – und zwar nicht nur mit benachbarten Quanten, sondern sehr wahrscheinlich auch mit Quanten aus völlig anderen Regionen des Universums. Wir unterliegen gewissermaßen einem permanenten »Kontrollradar« des Großen Ganzen, um unser Dasein dem Gesamtzusammenhang anzupassen.

Physik und Mathematik (sowie auch etliche überlieferte Weltanschauungen) zeigen uns, dass es möglich ist, die Welt mit Hilfe begrifflicher Gegenspieler zu verstehen: »Welle und Teilchen«, »Zahlen und Operatoren«; aber auch »universal und konkret« sowie »absolut und relativ«. Solche Gegensatzpaare sind im Prinzip verschiedene Blickwinkel auf ein und dasselbe. Dennoch sind die beiden jeweiligen Pole ihrem Wesen nach nicht gleich. Wir erkennen das bereits daran, dass die Einheiten »Materie«, »Teilchen«, »Zahl«, »konkret« und »relativ« uns viel begreiflicher erscheinen als »Kräfte«, »Welle«, »Operator«, »universal« und »absolut«.

Fluss im Padjelanta-Nationalpark
Trotz der Gewalt chaotischer Kräfte obsiegt im Großen Ganzen am Ende immer die Ordnung (Quelle: Frank Baldus)

Das Erste ist die Welt der faktischen Dinge, der teilbaren und berechenbaren Vielfalt – der Wirkungen. Das Zweite ist die Welt der ursächlichen Ereignisse, der unteilbaren und unberechenbaren Vorgänge, von denen wir uns nur behelfsmäßige Begriffe machen – weil wir nicht anders können. Wir erkennen, dass sich die »Dinge« der zweiten Welt kaum teilen lassen (sofern wir sie unabhängig von den zählbaren Dingen betrachten). Der Gedanke liegt nahe, dass sie im Grunde eine untrennbare Einheit sind, eine Ganzheit beziehungsweise ein Kontinuum, wie die Physiker es nennen würden.

Wir haben erfahren, dass es weit mehr masselose Kräfte im Universum gibt als faktische Dinge; demnach auch weit mehr unberechenbare Ereignisse und Vorgänge als berechenbare Vielfalt.

Unberechenbare Vorgänge halten wir im alltäglichen Verständnis eher für störend oder gar zerstörerisch. Sie bringen Chaos in die Ordnung. Dennoch existiert die Welt um uns herum in ihrer ganzen Vielfalt. Das beweist eindeutig, dass die zunehmende Ordnung offenbar bis heute als »Sieger« hervorging.

Das Unlogische, Unvorhersehbare, Unfassbare, Ungeordnete ist die grundlegende Seite der ursächlichen Urkraft – da das bewirkte Logische, Vorhersehbare, Fassbare und Geordnete des Universums erst aus ihr hervorging.


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