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Konkret und Universal

»Schubladendenken«
Unwillkürlich bilden wir Allgemeinplätze; Universalien. Allzu leicht erzeugen wir damit Vorstellungen, die nicht mehr der Wirklichkeit entsprechen (Quelle: Fährtenleser, Wikimedia commons)

An dieser Stelle ist es hilfreich, zwei Begriffe mit den physikalischen Theorien zu verknüpfen, da sie für die Schlussfolgerungen von Bedeutung sind: das Konkrete und das Universale.


Das Konkrete

Alle klar abgrenzbaren Gebilde, deren Existenz mit Hilfe der naturgesetzlichen Logik begründet werden kann, sind konkrete Objekte. Sie haben einen festen Ort im Weltraum, eine eigene Geschichte und eindeutige, gleichbleibende, »persönliche« Eigenschaften, die sie von anderen Objekten unterscheidbar machen. Sie sind das grundsätzlich Berechenbare.


Das Universale

Weitaus schwieriger zu fassen und immer wieder ein Zankapfel verschiedener Wissenschaften sind sogenannte Universalien. Universal heißt zuerst einmal: Gleichzeitig auf mehrere konkrete Objekte zutreffend. Das sind zum Beispiel die Sammelbegriffe unserer Wahrnehmung: also etwa, wenn wir von Lebewesen, von Wald, von Gebäuden, Völkern oder Klimazonen sprechen. Wir erkennen die Ähnlichkeiten und Verwandtschaften von Dingen, machen sie zu Begriffen und sortieren sie dann in die passenden Schubladen unseres Weltbildes.

Hurrikan aus Weltraumsicht
Alle Kräfte, Naturkonstanten und -gesetze gelten mit größter Wahrscheinlichkeit im gesamten Universum. Sie beweisen, dass alles irgendwie zusammenhängt (Quelle: NASA, Wikimedia commons)

Unserer Verstand ist bestrebt, von allem und jedem Begriffe zu bilden, um Ordnung in die Welt zu bringen. Etliche Philosophen haben bereits darüber nachgedacht und gestritten, ob Universalien vielleicht nur begriffliche Illusionen unseres Geistes sind. Allein die sogenannten Naturgesetze werden von den meisten Wissenschaftlern als echte Universalien anerkannt. Sie gelten unabhängig von Zeit und Ort, sind demnach allgegenwärtig; alles durchdringend und beeinflussend; sowie selbst unveränderbar und unabhängig existierend.

Bislang bestätigt die Mathematik die Beobachtungen der Naturwissenschaften, dass die Objekte und Abläufe im Universum überall den gleichen Mustern folgen. Wäre das nicht so, könnten wir alle anerkannten Theorien an den Nagel hängen.

Wir können demnach mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass alle allgemein anerkannten Grundbedingungen des Existierenden – gemeinhin Naturgesetze genannt – überall und jederzeit im Universum Gültigkeit hatten und haben. Etwa das Hebelgesetz, die Ursachen und Folgen der Schwerkraft oder die Ausbreitung von Wellen gehorchen überall den selben Gesetzmäßigkeiten. Fast schon unheimlich wird es bei den sogenannten »Konstanten«, die ebenfalls überall gelten: In der Physik zum Beispiel die unüberschreitbare Grenze der Lichtgeschwindigkeit von 299.792,458 km/s, der absolute Temperaturnullpunkt bei -273,15°C oder das feststehende Verhältnis der Masse der positiven Atomkernbausteine zur Masse der Elektronen. In der Mathematik beispielsweise die Kreiszahl π von 3,1416...


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