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Unsere Erde

HAL-Computer aus 2001: Odyssee im Weltraum
HAL, der bewusste Computer aus dem Film »2001: Odyssee im Weltraum«: Gegen die Entwicklung von künstlichem Bewusstsein spricht die Tatsache, dass Zufall und Freiheit nicht mathematisch programmierbar sind (Quelle: Cryteria, Wikimedia commons)

Die Erde (und das Sonnensystem) ist ein Untereinheit des Universums. Auf unserem Heimatplaneten hat der universale Wachstumsprozess im Gegensatz zu den uns bekannten anderen Planeten ein besonders weitgehendes Ausmaß erreicht. Unsere eigene Existenz ist der beste Beweis dafür.

Doch nicht wir Menschen – oder unsere Gehirne – sind »die Krone der Schöpfung«, sondern noch weitaus höher vernetzt und organisiert ist die gesamte Erde! Wenn raumzeitliche Strukturen vorhanden sind, die in Aufbau und Vernetzung dem menschlichen Gehirn gleichen, wird mit größter Wahrscheinlichkeit eine dem Bewusstsein ähnliche Eigenschaft auftreten. Dieser Vernetzungsgrad ist bei der Erde in ihrer Gesamtheit sicherlich der Fall (da wir ja nur ein Teil davon sind). Diese Schlussfolgerung ist schlichtweg logisch.

Obwohl die Systemwissenschaftler uns den lückenlosen systematischen Aufbau der Welt von der Quantenebene bis zum gesamten Universum gezeigt haben, sind nur sehr wenige bereit, auf diese Weise »über uns Menschen hinauszugehen«. Anstatt eine höheres Bewusstsein – oder ein anderes, noch höher organisiertes, uns gänzlich unerkennbares Phänomen – für die gesamte Erde anzunehmen, verrennen sich manche Technokraten lieber in die Idee, eines Tages über vernetzte Computer ein künstliches Bewusstsein zu erzeugen.

Wir erinnern uns: Mathematik kennt keinen Zufall! Nicht berechenbare, singuläre Ereignisse sind jedoch immer an allen natürlichen Vorgängen beteiligt. Jeder von uns weiß, wie unvorhersehbar unser eigener Geist ist. … Genau dies schließt die auf Mathematik und Technologie gegründete Maschinenwelt jedoch konsequent aus. Auf diese Weise werden Maschinen niemals an die »Schnittstelle« zwischen Naturgesetzlichkeit und Singularitäten angeschlossen werden können!

Doch zurück zur Erde.

Baum in der Glühbirne
Wie lange wird der Missbrauch der Natur noch gutgehen? (Quelle: © Frank Baldus, Collage aus gemeinfreien Bildern)

Es hat nach Darwin einige Zeit gebraucht, bis seine Evolutionstheorie auch für die Art Mensch anerkannt wurde. Doch es scheint auch heute noch nicht soweit zu sein, auch die »organischen Systemebenen über uns« als Lebewesen anzuerkennen. Die sogenannte Gaia-Hypothese, die von James Lovelock und Lynn Margulis um 1965 aufgestellt wurde, beruht auf genau dieser Annahme. Obwohl sie bereits in vielen Details bestätigt wurde und erstaunliche Erkenntnisse über die Zusammenhänge der Erde hervorbrachte, bekennt sich fast kein Wissenschaftler zur Idee von einem irdischen Gesamtorganismus. Begründet wird das häufig mit der Aussage, die Erde könne kein Lebewesen sein, weil sie sich nicht fortpflanzen kann. Was erwidert der »reife Holismus« darauf:

Erstens haben Menschen die Definition von Leben festgelegt und zweitens wissen wir nicht, ob sie sich nicht in gewisser Weise doch fortpflanzen kann.

Wenn der Gedanke einer organischen Erde von der Mehrheit der Wissenschaftler anerkannt würde, hätte die folgende, ganzheitliche »Planetendiagnose« sicherlich einen ganz anderen Stellenwert:

Wie für jedes System gilt natürlich auch für die Erde und ihre Untereinheiten das Naturgesetz, dass die Stoff- und Energiekreisläufe so beschaffen sein müssen, dass jedes Teilsystem ausreichend versorgt und geschützt ist, um das Gesamtsystem dauerhaft zu erhalten.

Derzeit müssen wir jedoch feststellen, dass das reibungslose Funktionieren nahezu aller Ökosysteme immer mehr in Gefahr gerät: Die lebensnotwendige biologische Vielfalt schwindet schneller als zum Ende der Dinosaurierzeit. Demgegenüber wächst die Menschheit mitsamt ihren Errungenschaften ungehemmt und überwuchert gesunde Naturräume, die unwiderruflich vernichtet und durch artenarme und anfällige künstliche Landschaften ersetzt werden. Die Versiegelung der Flächen zerschneidet die Landschaften in Millionen kleine Teile. Die Menschheit raubt allen anderen irdischen Systemen Energie und Raum und überfordert die Schadensabwehr der Ökosysteme mit Unmengen giftiger Abfallprodukte. Der Mensch hat sich von jeglichen Regeln des natürlichen Zusammenlebens entkoppelt, entwickelt sich nur noch nach seinen eigenen Vorstellungen und erzeugt damit zunehmende Störungen im Gesamtsystem Erde. Er ignoriert sämtliche Warnsignale – wie etwa den Klimawandel.

Verallgemeinert man diese Kennzeichen auf die abstrakte systemtheoretische Ebene, erhält man eine Beschreibung, die bis in die Details den Symptomen einer Krebserkrankung gleicht.


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