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Ausblick und Hoffnung

»Kommen muß eine Vergeistigung der Massen. Die vielen Einzelnen müssen denkend werden über ihr Leben, über das, was sie im Kampfe des Daseins für ihr Leben erringen wollen, über das, was ihnen die Umstände erschweren, und über das, was sie sich selber versagen. Es fehlt ihnen an Geistigkeit, weil sie eine verworrene Vorstellung von Geistigkeit haben. […] Alle Fortschritte des Wissens und Könnens wirken sich zuletzt verhängnisvoll aus, wenn wir nicht durch entsprechenden Fortschritt unserer Geistigkeit Gewalt über sie behalten. […]«

Albert Schweitzer

Ungewisse Zukunft
Je länger wir unsere Lebensweise nicht grundlegend ändern, desto länger wird die »Straße der Hoffnungslosigkeit« in unseren zukünftigen Leben (Quelle: © Frank Baldus, Collage aus gemeinfreien Fotos)

Wir werden die Zukunft also gemeinsam erleben und so wie wir die Welt heute hinterlassen, werden wir sie morgen vorfinden – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wir haben uns der Welt entfremdet und sie uns untertan gemacht, obwohl wir nur ein abhängiger Teil von ihr sind. Die Erde ist ein gigantischer Organismus, der auch ohne uns Teil des »großen Werdens« ist. Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass die Erde – ja das gesamte Universum – kein Interesse an unserer Existenz mehr hat, wenn wir weiterhin unsere Freiheit ohne die notwendige Verantwortung für das Große Ganze leben. Sie wird Wege finden, uns zu vernichten.

Wir sind jedoch keine blinden Krebszellen, sondern bewusste und vernunftbegabte Lebewesen: So haben wir jederzeit die Chance, doch noch eine ganzheitlicher Lösung zu finden!

Wie alle Lebewesen – wie gewissermaßen alle Dinge im Universum – wollen wir existieren und uns entfalten. Etwas drängt uns. Doch unsere gesellschaftliche und persönliche Entfaltung muss mit der Entfaltung des Großen Ganzen verträglich sein. Das sollten wir erkennen und unsere Chancen nicht verspielen durch unseren selbstsüchtigen Freiheitsdrang.

Vielleicht können wir noch zurück; wieder Teil des Großen Ganzen werden; wieder ganz werden. Vielleicht stehen wir heute wieder an einem singulären Punkt, an dem die berechenbaren Möglichkeiten restlos ausgeschöpft sind und etwas Neues gebraucht wird? Singularität ist eine Art »Anlauf zum Sprung«, der fast immer in den Abgrund, aber doch ab und an zu neuen Ufern führt. Vielleicht erkennen wir noch rechtzeitig, dass unser derzeitiger Weg in den Abgrund führen muss?

Vogelschwarm
Wenn große Gruppen sozialer Wesen exakt die gleichen Ziele verfolgen, entsteht etwas ganz Neues: Schwarmintelligenz! (Quelle: B.A.C., Wikimedia commons)

Aktuell erforschen Biologen, Informatiker und Soziologen das Phänomen der Schwarmintelligenz: An Vogel- oder Fischschwärmen, am Internet oder an sozialen Aktionen wie der »Critical Mass«-Bewegung, bei der Radfahrer durch ihre bloße Menge auf diese Form des sanften Individualverkehrs aufmerksam machen wollen – und damit weltweit Nachahmer in Bewegung setzen.

Wir wissen, dass sich Ereignisse in der Quantenwelt durch Verschränkung »hochschaukeln« können, um dann in »unserer Welt« Auswirkungen zu haben. Wir können nur vermuten, dass die Schwarmintelligenz und die Quantenverschränkung zusammenhängen. Doch wenn das so wäre, dann folgt daraus unsere größte Chance:

Wenn sich die »Früchte des reifen Holismus« ausbreiten würden wie das Sonnenlicht; wenn die Menschen unterschiedlichster Kulturen und Lebensentwürfe wieder ein gemeinsames Ziel hätten; wenn Begeisterung und Religiosität für das »große Werden« entstehen könnten – dann ist es denkbar, dass das chaotische Quantenrauschen in unseren Köpfen sich einander angleicht und die kritische Masse überschreitet, die notwendig ist, um unsere Welt zu retten.


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